Tigersalamander - Haltung, Pflege und Vermehrung


Axolotl: Aquarienberechnungen | Aufzucht | Chimären | Embryonalentwicklung | Farbschläge & Genetik | Findling | Futter | Geschluckter Stein | Haltung | Krankheiten | Mangel- und Fehlernährung | Pflanzen für Axolotlaquarien | Vermehrung | Startseite Axolotl
Tigersalamander: Aufzucht von Tigersalamandern | Beckeneinrichtung | Startseite Tigersalamander
Futtertiere: Artemiazucht | Bohnenkäfer | Nacktschnecken | Schaben | Stechmücken / schwarze Mückenlarven | Wasserflöhe | Wasserschnecken | Zwerggarnelen | Startseite Futtertiere
Aquarienfilterung: Aquarienfilterung & Hamburger Mattenfilter | Einfahren eines Aquariums | Wasserchemie & Wasserwerte
Kids & Kunst: 3 - 5 Jahre | 1. - 4. Schulklasse | Übersicht
Sonstiges: Board & Forum | Links & Empfehlungen | News & Updates | Struktur & Inhalt | Über Ambystoma.de

Tigersalamander 1

Tigersalamander gehören ebenso wie Axolotl zur Familie der Querzahnmolche (Ambystomatidae) und sind eng mit diesen verwandt. Diese Verwandtschaft geht teilweise so weit, dass die Arten sich untereinander (natürlich oder künstlich) kreuzen lassen - so sind beispielsweise die ersten Albino-Axolotl erzeugt worden.

Auf dieser Seite wird etwas Allgemeines zu den Tigersalamandern gesagt, es wird die Haltung im Terrarium beschrieben und die Nahrung vorgestellt. Abschließend werden noch einige Hinweise zur Vermehrung gegeben.

Auf einer gesonderten Seite findet sich eine Bilderserie zur Aufzucht bis hin zur Metamorphose: Aufzucht

 

Allgemeines  

Die als "Tigersalamander" bezeichneten Ambystomatiden werden mittlerweile in zwei (teilweise sogar drei) Arten und diverse Unterarten unterteilt. Diese Einteilung ist noch relativ neu und hat sich nicht überall durchgesetzt.

Die Salamander haben ein natürliches Verbreitungsgebiet, das sich über weite Teile von Nordamerika erstreckt - nördlich beginnt es im südlichen Kanada und zieht sich nach Süden bis nach Mexiko. Bis auf wenige Regionen besiedeln sie die USA von der Ost- bis zur Westküste.

Tigersalamander gehören zu den größten landlebenden Salamandern - sie können eine Gesamtlänge von 30 cm und mehr erreichen

Bei den hier abgebildeten Tieren handelt es sich um europäische Nachzuchten, wahrscheinlich von Ambystoma mavortium (Gestreifter Tigersalamander).

Tigersalamander 2
Tigersalamander Ambystoma tigrinum

In seiner natürlichen Umgebung bevorzugt der Tigersalamander mit Gewässern versetzte schattige Wald- und Wiesenbereiche. Außerhalb der Fortpflanzungszeit führen die Tiere ein recht verstecktes Leben - sie graben sich gern in feuchtem Substrat ein, nutzen aber auch durch andere Tiere gebaute Höhlen, um sich zu verstecken.

Im Normalfall durchlaufen Tigersalamander eine Metamorphose und entwickeln sich von der wasserlebenden und mit Außenkiemen versehenen larvalen Form zum lungenatmenden Landsalamander, der nur zur Fortpflanzungszeit wieder in die Laichgewässer wandert.

In einigen Populationen gibt es jedoch auch Ausnahmen, indem sich eine neotene Variante entwickelt, die dann (ähnlich dem Axolotl) ganzjährig im Wasser bleibt und im Larvenstadium fortpflanzungsfähig wird.


top
Haltung in Gefangenschaft  

Die metamorphisierte Normalform der Tigersalamander kann in einem Terrarium gehalten werden. Wichtigster Punkt ist auch hier wieder eine relativ kühle Temperatur zwischen 18 und maximal 23 Grad. Auch muss darauf geachtet werden, dass den Tieren feuchter (nicht nasser!) Bodengrund zur Verfügung steht, in dem sie sich nach Möglichkeit eingraben können.

Das Becken muss der Größe und der Anzahl an Tieren angepasst sein - zwar wachsen Tigersalamander im Vergleich zu Axolotl langsam, jedoch können sie eine stattliche Größe erreichen. Für 3 - 4 Tiere empfehle ich ein Becken mit einer Mindestbodenfläche von 80x40 cm, bei ausgewachsenen Exemplaren sollte es (insbesondere mit einem Wasserteil) deutlich größer ausfallen.

Das Becken muss gut abgedeckt werden, weil die Tiere auch an glatten Scheiben klettern können - wie auf dem nebenstehenden Bild zu sehen, nutzen sie dafür sämtliche verfügbaren Gliedmaßen inklusive des klebrigen, dicken Bauches.

Günstig als Abdeckung ist ein Deckel mit Gaze(anteil), damit eine ausreichende Belüftung gewährleistet ist und keine stockige Staunässe entsteht.

Tigersalamander klettern
Tigersalamander haut

Bei der Gestaltung des Beckens gibt es mehrere mögliche Varianten - nur aus einem Landbereich bestehend, mit einer Wasserschale versehen oder mit einem Wasserteil.

Ich selbst bevorzuge die Haltung in einem geteilten Becken mit 2/3 Landteil und 1/3 Wasserteil, da ich feststellen konnte, dass die Tiere sich hin und wieder gern im Wasser tummeln - hier haben sie auch die Möglichkeit, eventuell zu trockenem Boden auszuweichen und ihre Haut zu benetzen.

Der Wasserteil wird auch bevorzugt zur Häutung genutzt - Tigersalamander streifen in regelmäßigen Abständen (je nach Wachstumsfortschritt) ihre alte Haut komplett ab. Umso jünger sie sind, desto häufiger erfolgt die Häutung.

Hierzu sind einige kantige Steine in den Wasserteil eingebracht, an denen sich die Tiere regelrecht "schubbern", um ihre Haut zu lösen. Das linke Bild zeigt eine solche abgestreifte alte Haut.

Als Bodengrund für den Landteil sollte den Tigersalamandern ein Substrat geboten werden, was möglichst gut Feuchtigkeit speichert in in dem sie graben können - hier empfiehlt sich Walderde oder Kokoshumus - von im Handel erhältlicher Blumenerde sollte man absehen, sofern keine Sicherheit besteht, dass dieser keine Zusatzstoffe beigefügt sind.

Zusätzlich kann der Boden mit Moos und Blättern bedeckt werden, von einigen Tieren werden auch Unterschlupfe (Zierkorkröhren, stabile Steinaufbauten, Tonröhren) gern genommen.

Tigersalamander Ambystoma tigrinum
Tigersalamander im Wasser

Eine Abgrenzung zwischen Land- und Wasserteil kann entweder durch einen eingeklebten Glasstreifen oder eine stabile Steinkante erreicht werden. Wichtig ist dabei, dass den Tieren eine einfache Ausstiegsmöglichkeit aus dem Wasser gegeben wird, damit sie nicht ertrinken.

Ich selbst habe das bei mir etwas "künstlicher" gelöst, indem ich den Landteil mit einer offenporigen Schaumstoffmatte untersetzt habe, die zum Wasser hin angeschrägt ist. Somit steht der Landteil nicht in direktem Kontakt zum Wasser und kann nicht ausgespült werden. Andererseits wird durch die Matte genug Feuchtigkeit nach oben transportiert, dass der daraufliegende Boden und das Moos feucht gehalten werden. Diese Variante wirkt etwas künstlicher als eine "natürliche" Gestaltung, bietet aber meiner Meinung nach deutliche Vorteile. Und mit einer schwarzen Matte fällt es selbst bei einem Glasbecken kaum negativ auf.

Eine detailliertere Beschreibung eines solchen Beckenbaus gibt es jetzt auch auf einer Extraseite zum Beckenbau.


top

Ernährung und Fütterung  

Tigersalamander können mit (Regen-)Würmern, Insekten (Heimchen, Grillen, Grashüpfern, Fliegen, Motten, Käfer), ungiftigen Spinnentieren und kleinen Krebstieren (z.B. Asseln) gefüttert werden. Gelegentlich bieten sich auch Mehlwürmer, Maden oder Wachsmottenlarven an, doch sollten diese aufgrund ihres hohen Fettgehaltes nicht zu oft verfüttert werden.

Bei geschwächten Tieren oder für den Fall, dass kein Lebendfutter erhältlich ist, hat sich auch die Verfütterung von mageren Geflügelherzstücken als praktikabel erwiesen. Da dieses Futter aber logischerweise nicht auf dem natürlichen Speiseplan der Tigersalamander steht und der Stoffwechsel auch nicht dafür ausgerichtet ist, sollte es wirklich eine Ausnahme darstellen.

Der Fütterungsrhythmus hängt von der Größe der Tiere und ihrer Wachstumsgeschwindigkeit ab - Jungtiere erhalten mehrmals wöchentlich Futterrationen, die dann nach und nach seltener erfolgen. Meine Tiere füttere ich bei einer derzeitigen Größe von ca. 22 cm nur noch einmal wöchentlich.

Heimchen
Tigersalamander frisst Heimchen

Tigersalamander legen ein recht offensives Jagdverhalten an den Tag - sobald sich etwas in ihrer Nähe bewegt, springen sie und schnappen danach. Hierfür wird auch die Zunge eingesetzt, die mehrere Zentimeter aus dem Maul nach der Beute geschleudert werden kann.

Die Treffsicherheit lässt dabei (jedenfalls bei meinen Tieren) ziemlich zu wünschen übrig, weshalb ein Vergleich mit einem Chamäleon beispielsweise auch nicht angebracht erscheint.

Einmal erbeutetes Futter wird ganz hinuntergeschlungen. Ist es zu groß, wehrt sich oder liegt quer, wird es kräftig geschüttelt (was vermutlich die Beute betäuben soll) - im Wasser werden teilweise sogar richtige Krokodilsrollen durchgeführt.

Tigersalamander wären zwar in der Lage, selbst auf Futtersuche zu gehen, allerdings bevorzuge ich persönlich die Fütterung per Pinzette.

Einerseits lässt sich damit am besten einschätzen, welches Tier wie viel gefressen hat und dass keiner zu kurz gekommen ist

Andererseits wird damit verhindert, dass Futtertiere sich im Substrat verkriechen und damit entweder für die Tigersalamander nicht mehr erreichbar sind oder aber dort eventuell versterben und somit Krankheitserreger (Pilze und Bakterien) eine verbesserte Lebensgrundlage finden und das Beckenmilieu negativ verändert wird.

Hinzu kommt auch, dass einige Futterinsekten selbst recht wehrhaft und Allesfresser sind - so sind mir Fälle bekannt, in denen Heimchen die Räuber-Beute-Beziehung umgekehrt haben und selbst Terrarientiere sowie deren Brut angefressen haben.

Tigersalamander Pinzette
Tigersalamander Finger

...und in der Gier kann man auch schon mal daneben schnappen!

 

Nach Möglichkeit sollte ein Anfassen der Tiere vermieden werden, um keine Erreger und Schadstoffe zu übertragen. Wenn ein Kontakt unumgänglich ist, sollte man sich gründlich die Hände waschen und darauf achten, dass keine Seifenreste oder ähnliches mehr anhaften.

Amphibien sind keine Streicheltiere!

Tigersalamander Heimchen

top

Vermehrung  

Die Vermehrung von Tigersalamandern in Gefangenschaft ist offensichtlich sehr schwierig - mir persönlich ist nur ein Fall einer erfolgreichen Nachzucht bekannt (aus dieser stammen meine Tiere).

Das folgende Bild zeigt eine (wilde) Tigersalamanderlarve, aufgenommen von John P. Clare von Caudata.org:

Tigersal Larve

Die Ähnlichkeit zu neotenen Axolotl ist unverkennbar und im amerikanischen Gebiet, wo diese Tiere wild anzutreffen sind und (teils sogar als Angelköder unter dem Begriff "waterdog") verkauft werden werden oftmals larvale Tigersalamander als vermeintliche Axolotl verkauft.

Die notwendigen äußeren Umstände für eine Paarung sowie der Zeitpunkt der Paarungsbereitschaft unterscheiden sich stark in Abhängigkeit von der Herkunft der Tiere. Einige Tigersalamander benötigen eine "Frostperiode" mit Temperaturen unter 5 °C, bei einigen beginnt die Paarungszeit im Winter, bei anderen im Frühling. Wohlgemerkt sind nicht die hiesigen Jahreszeiten gemeint, sondern die ihrer natürlichen Heimat...

Ausgelöst wird die Paarungsbereitschaft in der Natur vorwiegend durch die ersten wärmeren Regenschauer - ob dieser Auslöser auch in Gefangenschaft soweit simuliert werden kann, dass die Tiere darauf "hereinfallen", ist mir nicht bekannt - die seltenen Erfolge sprechen scheinbar dagegen.

Tigersalamander erreichen Ihre Geschlechtsreife nach ca. 2-4 Jahren (auch hier gibt es wieder regionale Unterschiede). Die männlichen Tiere lassen sich von den weiblichen anhand der sekundären Geschlechtsmerkmale unterscheiden:

Männchen entwickeln eine dickere Kloake und sind allgemein etwas schlanker: Tigersalamander Mann
Weibchen fehlt die Schwellung der Kloake, dafür werden sie etwas fülliger: Tigersalamander Weibchen

top

Wir danken Catrin Grollich für die Bereitstellung der Männchen/Weibchen - Fotos, Cedric Meister für die Bereitstellung des Tigersalamander-Heimchen-Bildes sowie John Clare für das Bild der Tigersalamander-Larve.

Eventuelle Fragen bezüglich der Haltung der Tiere bitte nicht per E-Mail stellen, sondern im dazugehörigen Forum:

Ambystoma-Board