Ambystoma junior Startseite • Axolotl 3 - 5 Jahre
von Benjamin Manthei
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Der Axolotl (im wissenschaftlichen "Ambystoma mexicanum" ) ist ein Molch, der genau wie der Tigersalamander zur Familie der Querzahnmolche gehört.
Aussehen
Der Axolotl sieht etwas wie eine zu groß geratene Molchlarve, also ähnlich einer Kaulquappe, aus.
Er wird 30 cm groß und sein Körper ist ganz an das Leben im Wasser angepasst, denn diese Tiere bleiben anders als andere Molche ein Leben lang Larven und verlassen ihr Element nicht. Sie haben einen breiten Ruderschwanz zum Schwimmen und Außenkiemen, die zum Atmen genutzt werden. Sie werden fast nie erwachsen, können sich aber trotzdem fortpflanzen. Diese Fähigkeit wird in der Fachsprache "Neotenie" genannt.
Selten aber passiert es, dass sich die Tiere trotzdem weiterentwickeln, und wie andere Lurche ans Land gehen (dieser Vorgang wird als "Metamorphose" bezeichnet). Dann atmen sie nicht mehr mit Kiemen, sondern durch Lungen und ihre Haut. Dass die Tiere erwachsen werden, ist zum Glück nicht sehr häufig, wenn es aber doch passiert, sollte ein Arzt das Tier untersuchen. Landgänger-Axolotl sehen von der Form her so ähnlich aus wie der Tigersalamander auf dem Bild.
Da der Axolotl ja im Wasser lebt, atmet er wie wir Menschen keine Luft, sondern nimmt durch seine Kiemen und die Haut aus dem Wasser Sauerstoff auf. Manchmal schnappt er an der Wasseroberfläche trotzdem nach Luft, aber nur um leichter im Wasser schwimmen zu können. Von den Kiemen hat er auf jeder Kopfseite 3 Ästchen, von denen, wie bei einem Pinsel, Härchen abstehen.
Die Haut sieht für viele Menschen rau und überhaubt nicht glatt aus, doch sie ist mit einer schleimigen Hautschicht überzogen, die Verletzungen und Infektionen mit Krankheitserregern (z.B. Bakterien oder Pilze) größtenteils verhindert.
Diese Haut kann unterschiedlich gefärbt sein:
Weiß, wie bei der Albino- oder Weißlingsform, schwarz-braun, wie bei der Wildling- oder Keksform oder goldgelb, wie bei den Goldalbinos. Axolotl haben dunkle Augen- bis auf die Albinos, deren Augenfarbe rötlich ist, weil ihnen die dunkle Farbe fehlt. Mit diesen Augen können Axolotl mittelmäßig gut sehen, besser können sie aber Gerüche aufnehmen oder wie Fische Bewegungen im Wasser wahrnehmen. Dafür haben sie ein zusätzliches Sinnesorgan, das "Seitenlinienorgan" genannt wird.
Auch haben Axoltl kleine, unauffällige und stumpfe Zähne, die schräg angeordnet sind. Daher stammt der Name "Querzahnmolch". Axolotl besitzen 2 Beinpaare, an den Vorderfüßen besitzen sie jeweils 4, an den Hinterfüßchen 5 Zehen.
Haltung
Für die relativ einfache Haltung dieser Salmander wird zuerst einmal ein Aquarium benötigt: am besten ein einfaches Glasbecken, ohne Abdeckung, denn sonst kann durch die niedrige, im Deckel angebrachte Lampe, zuviel Wärme entstehen. Für 2 Tiere wird ein Becken, dass mindestens 80 cm lang ist, benötigt; für 4 Tiere werden schon mindestens 100 cm Länge gebraucht. Den Bodengrund des Beckens sollten Kies (bis höchstens 3mm Durchmesser) oder ein Hamburger Mattenfilter, der gleichzeitig die Aufgabe der Wasserreinigung übernimmt, bilden. Mit etwas mehr Aufwand kann auch Sand verwendet werden, der allerdings (wie auch der Kies) gründlichst von Schmutz, durch mehrmaliges Auswaschen, befreit werden sollte. Zudem sollte man den Sand öfters durchwühlen, um faulende Stellen zu verhindern.
In diesen Bodengrund können dann einige Pflanzen eingesetzt werden, die allerdings den Wassertemperaturen von 14-22°C standhalten können, welche wirklich nicht höher sein dürfen, weil die Tiere sonst wahrscheinlich krank werden oder gar sterben. Verhindern kann man Überschreitungen der Temperatur, indem man bei zu hohen Graden Wasserwecksel mit kühlem Nass macht oder Beckenventilatoren (Computerkühler) benutzt, wie sie auf dem Bild zu sehen sind.
Zudem sollten noch einige Ton- oder Steinhöhlen eingebracht werden, damit sich die Tiere auch gut verstecken können. Tagsüber sollte es heller sein als nachts, ansonsten ist die Beleuchtung von den Anforderungen der Pflanzen abhängig. Axolotl mögen es eher schummrig, sie sind meist in der Dämmerung oder in der Nacht aktiv. Um eine Verschmutzung des Wassers zu verhindern, sollte regelmäßig ein Teil des Wassers gewechselt werden. Zudem kann mit Teststreifen oder Flüssigtests die Wasserqualität gemessen werden, denn viele Verunreinigungen kann man nicht sehen. Doch um groben Schmutz aus dem Wasser zu entfernen ist ein Filter nötig.
Futter
Als Futter nehmen Axolotl gern Regenwürmer, Kellerasseln, sonstige, nicht giftige Insekten und ab und zu mal einige Axolotl- Futterpellets. Das meiste Futter kann man also in den wärmeren Monaten selbst sammeln oder fangen.
Gefüttert werden sie entweder mit einer Futterpinzette oder man lässt die Tiere selber jagen.
Dabei spüren diese Molche das Futter mit ihrem Geruchssinn und dem Seitenlinienorgan, eine Wahrnemungszentrum an den beiden Bauchseiten, auf. Bei der Fütterung sollte aufgepasst werden, dass luftatmende Futtertiere nicht ersticken und im Becken verbleiben und dass die Pellets auch gefressen werden.
Fortpflanzung
Diese Molche haben als Haustiere keine feste Fortpflanzungszeit. Das heißt, sie können mehrmals im Jahr, zu unterschiedlichen Zeiten und in unregelmäßigen Abständen, Eier legen. Dazu nimmt das Weibchen ein Packet mit Samen des Männchens in ihre Geschlechtsöffnung und vermischt die Samen mit den Eiern. 1 Tag nach dieser Befruchtung legt das Weibchen viele Eier einzeln an Wasserpflanzen ab, die dann nach ungefähr 2 Wochen schlüpfen.
Bis die Geschlechtsorgane funktionieren, müssen die Tiere allerdings mindestens 6 Monate alt sein.
Besondere Fähigkeiten
Zu den besonderen Fähigkeiten der Axolotl gehört zum einen die von mir oben beschriebene "Neotenie" und zum anderen die Fähigkeit, Organe wie ihr Herz, Teile des Gehirns oder abgebissene Körperteile zu regenerieren, also komplett nachzubilden. Das macht Axolotl für die Wissenschaft interessant. Forscher versuchen nämlich, die Ursache für diese Eigenschaften herauszufinden, um möglicherweise Menschen zu helfen, die ein neues Körperteil brauchen.
Bildquellen plus Nicknames: Axolotl auf Matte + Lüfter + Eier: Dietmar Nix (bukowsky). Tigersalamander: Daniel Weiner (Daniel). Kiemen: Yvonne Schmidt (raja). Gemischte Axolotl: Elke Wagner (schickalotta). Axolotlbecken: Corinna Lampert (krötli). Pellets: Mattenland
© Benjamin Manthei, Ambystoma.de 2008