So unbeliebt Stechmücken bei Menschen und Tieren im Allgemeinen sind, so praktisch sind deren Larven für die Fütterung kleiner aquatisch lebender Molche oder deren Larven.
Stechmücken lassen sich nicht ohne weiteres "züchten", das dürfte schon daran scheitern, dass die Weibchen darauf angewiesen sind, Blut zu saugen um ihre Eier zu produzieren. Die Larven können allerdings relativ problemlos gefangen werden und wer den Platz dafür hat, kann ihnen auch die entsprechenden Laichplätze bieten.
Behälter
Viele heimische Stechmücken legen ihre Eier in Form von sogenannten "Schiffchen" auf oder in der Nähe von Wasser ab. Um nun möglichst viele Mücken zur Eiablage zu animieren, können entsprechende Behälter aufgestellt werden. Die Größe des Behälters spielt keine Rolle, bewährt haben sich offene Regentonnen, Schalen und Dosen oder auch Mörtelkübel. Positiver Nebeneffekt ist, dass in größeren Behaltern auch gleichzeitig Wasserflöhe bzw. Daphnia gehalten und vermehrt werden können.
Mückenlarven ernähren sich von pflanzlichen und tierischen Schwebstoffen, die sie sich mit Hilfe von "Bürsten" heranfächeln. Es empfiehlt sich also für den Anfang, den Behälter etwas biologisch anzuimpfen, bei mir haben sich Kartoffelschalen oder sonstige Pflanzenteile bewährt, die zu Beginn in den Behälter gegeben werden.
Die abgebildeten Behälter fassen ca. 3 bis 5 Liter, beim vordersten ist eine deutliche Algenbildung zu erkennen. Will man vermeiden, dass eine Belästigung durch geschlüpfte Stechmücken entsteht, werden die Behälter einfach nach der Eiablage mit Fliegengaze abgedeckt.
Mücken durchlaufen insgesamt vier Entwicklungsstadien: Ei - Larve - Puppe - Imago (die eigentliche "Fliege"). Verfüttert werden können die Larven und die Puppen (hier im Bild zu sehen).
Die Eier werden ca. von Frühjahr bis in den Spätsommer oder frühen Herbst abgelegt, während dieser Zeit kann der Molchhalter mit entsprechendem Platz also über eine nahezu kostenlose Futtertierversorgung verfügen.
Fang /Sammlung
Die Mückenlarven halten sich die meiste Zeit an der Wasseroberfläche auf, wo sie mit Hilfe von einer Art Atemrohr Luft aufnehmen. Nähert man sich allerdings dem Behälter, verschwinden sie mit zuckenden Bewegungen in Richtung des Bodens. Allerdings tauchen sie auch recht schnell wieder auf, womit beim Fang nur etwas Geduld gefragt ist.
Bei mir hat es sich bewährt, die Mückenlarven mit einem herkömmlichen Aquarienkescher zu fangen (nicht mit den feinsten Maschen!). Spätestens nach dem ersten Eintauchen des Keschers in den Behälter verschwinden die Larven in der Versenkung. Wartet man allerdings einige Sekunden, tauchen sie wieder auf und können mit einer schnellen Bewegung von der Oberfläche abgefischt werden. Wiederholt man das mehrere Male, ergibt das einen guten Fang mit Mückenlarven verschiedener Größe.
Diese müssen dann nur noch leicht ausgespült und an die Molche verfüttert werden.
Generell sollte übrigens ein solcher "Wildfang" auf weiteren, eventuell ungeliebten, Beifang untersucht werden. So kann es vorkommen, dass sich die Larven von Libellen oder Mistbienen eingenistet haben, die vor dem Verfüttern entfernt werden sollten, weil sie kleinen Molchen oder Larven ggf. gefährlich werden können.
© Daniel Weiner, Ambystoma.de 2009