Nacktschneckenaufzucht
von Alex Tödt
Die Nacktschnecke, genau die Arion lusitanicus, die so manchen Gärtner in den Wahnsinn treibt, ist für Axolotl und andere Salamander eine willkommene Nahrungsergänzung.
Leider haben diese Schnecken die unangenehme Angewohnheit, sich auch von Aas und anderen unappetitlichen, mit Parasiten übersäten Dingen zu ernähren, so dass man sie nicht direkt verfüttern kann ohne die Gesundheit seiner Tiere aufs Spiel zu setzen. So kam ich auf die Idee, die Eier einzusammeln und eine eigene kleine Zucht zu betreiben.
Die Eier findet man im Garten sehr zuverlässig unter großen Blumentöpfen sowie unter halbverrotteten Ästen. Zuerst hielt ich die Schnecken in Eimern, natürlich gut durchlüftet und mit Mückennetzen gesichert, im Keller. Die Schnecken schlüpften auch schnell aus den Eiern und fraßen sich durch das angebotene Gemüse. Mein Ziel aber, die Eier der aufgezogenen Schnecken aufziehen zu können, erfüllte sich nicht. Die Schnecken fühlten sich scheinbar nicht richtig wohl und waren an keiner Fortpflanzung interessiert. Also holte ich die Tiere aus dem Keller und gestaltete die erste Faunabox mit Erde, Holz, Laub, Steinen und einem leckeren Nahrungsangebot. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten – die ersten Schnecken paarten sich bereits mit 2,5 cm und legten auch brav ihre Eier ab. Seitdem sichere ich die Faunabox mit 3 Lagen Mückennetz, da die frisch geschlüpften Schnecken locker durch die Maschen schlüpfen. Die Haltung dieser Schnecken ist relativ einfach, die eine Seite der Faunabox halte ich regelmäßig etwas feucht und auf der anderen Seite biete ich das Fressen (unterschiedliche Sorten Gemüse und Obst) an. So fängt das Fressen nicht so schnell an zu faulen und auch die inzwischen eingezogenen Nachbarn, Kellerasseln und Regenwürmer fühlen sich so wohl, dass auch sie für Nachwuchs und Abwechslung auf den Axolotlspeiseplan sorgen. Da die Tiere sehr aktiv sind, kann ich nur zu einer guten Sicherung raten. Die Box steht auf einer Fensterbank nach Norden, so dass sie zwar Tageslicht bekommen, aber nicht so viel direktes Sonnenlicht. © Ambystoma.de 2008