Artemia

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Artemia, oder auch Salinenkrebschen genannt, stellen eine gute Futterquelle sowohl für frisch geschlüpfte Amphibienlarven als auch (etwas größer) für junge und ausgewachsene aquatisch lebende Amphibien dar. Hier sollen einige Methoden vorgestellt werden, wie Artemia selbst gehalten und gezüchtet werden können.

1. Do-it-yourself - Anleitung zur Artemiahaltung mit freundlicher Genehmigung von Dr. Ralf Reinartz

Das folgende Setup zur Aufzucht von Artemia befindet sich noch immer in der Erprobungs- und Verbesserungsphase, aber grundlegend hat es schon gute Erfolge gezeigt.

Als Ausgangsbehälter dienen zwei 60-Liter - Mörtelwannen.

  • In diese Wannen wird eine ca. 2 Zentimeter hohe Schicht aus Lehm und Gartenerde (ohne Dünge- und Pestizidzusätze!) eingefüllt.
  • Die Wannen werden dort aufgestellt, wo sie Sonnenlicht abbekommen können. Hohe Temperaturen oder Temperaturschwankungen stellen kein kritisches Problem dar, jedenfalls nicht in unseren gemäßigten Breiten.
  • 50 Liter Wasser für jede der Wannen vorbereiten. Das Wasser wird mit reinem Kochsalz ohne (!) Zusätze wie Jod, Fluor etc. (Küchensalz, Geschirrspülersalz) versetzt. Die Konzentration im ersten Versuch lag bei ca. 60 Gramm / Liter Wasser - für 50 Liter werden also ca. 3 Kilogramm Salz benötigt.
  • Beide Behälter wurden mit einer Kultur von Salzwasseralgen (Nanochloropsis salina) angeimpft und stehen gelassen, bis das Wasser sich grün verfärbt hat.

  • Danach wurden je Behälter 0,1 ml Artemiacysten (umgangssprachlich oft als "Artemiaeier" bezeichnet) befüllt und 4 Wochen stehen gelassen.

Nach dieser Zeit sind reichlich adulte Artemia vorhanden, die mit Hilfe eines feinen Keschers abgefischt, in Süßwasser durchgespült und verfüttert werden können.

Einige zusätzliche Hinweise:

Artemia sind selbst gegenüber hoher Schwankungen im Salzgehalt ziemlich tolerant - um ein Überlaufen der Behälter zu vermeiden, sollten sie allerdings so plaziert oder abgedeckt werden, dass sie nicht dem Regen ausgesetzt sind.

Nach einer Weile haben die Artemia den Großteil der Algen aufgebraucht. Zu der Zeit kann mit Spirulinapulver, künstlichem Plankton oder auch aufgelöster Trockenhefe zugefüttert werden. Aber Vorsicht! Immer nur kleine Futtermengen zugeben, um ein Umkippen des Wassers und damit ein Absterben der Kultur zu verhindern!

Ein Vorteil dieses "Salzwasserfutters" gegenüber dem herkömmlichen heimischen wild gefangenen Teichfutters (z.B. Daphnia) ist, dass selbst bei einer Freilandhaltung kaum mit unerwünschten Beifängen, Parasiten etc. gerechnet werden muss.

Falls die Artemia sich nicht selbst vermehren sollten, können von Zeit zu Zeit einige Cysten nachgefüllt werden. Auch hier gilt - weniger ist mehr!

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© Daniel Weiner, Ambystoma.de 2008