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Zwerggarnelenhaltung und -pflege
von Sonja Pitzen
Das kleine Zwerggarnelen Einmaleins
Hier geht es nur um die Zwerggarnelen der Art Red Fire (Neocaridina denticulata sinensis var. „Red Chery“) und grüne Algengarnele (Neocaridina denticulata sinensis).
Ich schreibe hier eigene Erfahrungen auf, es kann also sein dass es natürlich andere Halter ganz anders machen.
Steckbrief Grüne Algengarnele:
Größe Männchen: 2cm
Größe Weibchen: 2,5-3 cm
Fortpflanzungstyp: spezialisiert
Temperatur: 5 bis allerhöchstens 32 Grad
Allgemein / Verhalten: Sehr sozial andere Garnelen sowie Fischen und Welsen gegenüber.
Eignet sich für ein Gesellschaftsbecken, dann sollte man aber auf Fressfeinde aufpassen.
Die grüne Algengarnele ist die Norminatform der Red Fire.
Gelegegröße bis 40 Eier, sehr vermehrungsfreudig.
Steckbrief der Red Fire:
Größe Männchen:2,5cm
Größe Weibchen: bis 3,5 cm
Fortpflanzungstyp: spezialisiert
Temperatur: 10 bis höchstens 30 Grad
Allgemein / Verhalten: Sehr sozial anderen Garnelen sowie Fischen und Welsen gegenüber.
Eignet sich für ein Gesellschaftsbecken, dann sollte man aber auf Fressfeinde aufpassen.
Die Farbe wurde durch Selektierung der Tiere herausgezüchtet, es gibt sie von blass rot bis hin zu leuchtendem rot.
Weibliche Tiere sind größer und kräftiger von der Farbe.
Beckeneinrichtung
Zuerst fangen wir also mal bei dem Becken selber an.
Wir können die Zwerggarnelen schon ab einem Beckenvolumen von 12 Liter halten und pflegen.
Natürlich kann man darin auch Nachziehen, aber vorteilhafter wäre da wohl ein Becken von 30-56 Liter Inhalt mindestens, nach oben natürlich offen. Am besten haben sich hierbei die gelegentlich angebotenen Komplettangebote bewährt: man erhält Heizung, Filter, Abdeckung mit Leuchten im Paket, was dann im Vergleich oft viel billiger ist als alles einzeln zu kaufen.
Die Ausstattung erfolgt natürlich nach eigenen Vorstellungen, sofern einige Dinge berücksichtigt werden.
Bodengrund:
Möchte man bei den Garnelen Fische und oder Welse mit beisetzen, sollte man darauf achten, dass man keinen großen scharfkantigen Kies verwendet. Am besten hat sich da Rundgeschliffener Kies bewährt.
Je dunkler der Kies ist, desto mehr Farbenpracht zeigen die Tiere. Natürlich kann man auch Sand als Bodengrund einsetzen.
In dem Fall sollte aber wöchentlich der Boden nach Faulstellen abgesucht werden. Hierzu hat es sich bewährt, mit einem Schachlickstäbchen den Bodengrund leicht aufzuwühlen, damit etwaige Faulgase entweichen können.
Filterung:
Insbesondere bei den Zwerggarnelen haben sich Luftheber sowie Mattenfilterung bewährt.
Die Garnelen weiden diese Fläche gerne ab, gleichzeitig schützt man den Nachwuchs, weil er nicht von einem normalen Innenfilter eingesogen werden kann (der Nachwuchs ist zwischen 1-2mm klein).
Natürlich kann man auch jeden Innenfilter garnelensicher machen, indem man einen Nylonstrumpf darüber zieht.
Heizung:
Auf eine Heizung kann man eigentlich bei dieser Art komplett verzichten.
Die Tiere halten sich sehr gut bei Zimmertemperatur, also zwischen 22-24Grad.
Sollte doch ein Heizstab eingesetzt werden, kann man den wie auch in einem Fischbecken einfach an der Scheibe mit Saugnäpfen befestigen.
Wen das nun alles erledigt ist, kann man sich langsam mit den Pflanzen, die das Becken verschönern sollen, auseinandersetzen.
Pflanzen:
Hier eigene sich am besten feingliedrige Pflanzen.
Das sind dann unter andern Hornkraut, Wasserpest, Nixkraut, Cabomba , Moose, Gräser und noch vieles mehr.Die Pflanzen entweder einzeln als Stängel einsetzen oder als Busch. Moose und Farne kann man wunderbar mit Angelschnur oder Pflanznadeln auf Steinen und Gehölzen befestigen.
Die Vermehrung der einzelnen Pflanzen ist relativ einfach: Alles, was zu lang ist, einfach abknipsen und wieder in den Bodengrund stecken. Wurzelpflanzen vermehren sich, indem sie weitere Triebe bilden.
Alle Pflanzen sollte vor dem Einsetzen ca. 10 Tage gewässert werden, weil verschiedene Düngemittel zu einem großen Garnelensterben führen können.Wichtig bei Pflanzen:
In der Garnelenwelt hat sich herumrum gesprochen, dass man folgende zwei Pflanzengattungen nur mit sehr viel Vorsicht ins Becken setzen sollte. Am besten ist aber man verzichtet komplett darauf.
Das wären alle Pflanzen der Gattung Anubia und Cryptocorynen.Diese Pflanzen enthalten Oxalsäure, die für Garnelen tödlich sein kann.
Ein abgeknicktes Blatt kann da schon für viele Ausfälle bei den Tieren sorgen.
Dekoration:
Sehr gerne werden zur Dekoration von Garnelenbecken Wurzeln und Lochgestein (Kalkgestein) verwendet.
Aber auch dabei sollte man wieder ein paar Sachen beachten. Mangroven- und Moorkienholz eigenen sich wunderbar, genauso wie ein schöner Ast von einem Obst- oder Haselnuss- bzw. Walnussbaum.Mopaniholz sollte auf keinem Fall ins Becken. Es wurde berichtet das nach Einsetzen des Holzes komplette Bestände an Garnelen eingegangen sind.
Wen man das dann alles zusammen, hat kann die heiße Phase beginnen.
Zuerst waschen wir den Kies gründlich durch und geben ihn vorsichtig ins Becken.
Danach füllen wir das Becken etwa bis zu einem Drittel voll.
Jetzt werden die Pflanzen sowie Deko Gegenstände eingesetzt, erst danach füllen wir das Becken voll.Wir befestigen Filter und evtl. eine Heizung und können uns dann entspannt für die nächsten drei bis vier Wochen bequem zurücklegen. In dieser Zeit entwickeln sich die für ein stabiles Aquarium notwendigen Bakterien im Filtermaterial, Bodengrund und Wasser. Die Bakterien sind unter anderem dafür da, giftigen Ammoniak und Nitrit abzubauen.
Daher sollten die Wasserwerte vor dem Einsetzen auch wöchentlich kontrolliert werden.
Auch wenn Garnelen nicht so sehr auf Nitrit reagieren, sollte man doch so lange abwarten, bis sich alle Werte eingependelt haben.Was natürlich in einem Garnelenbecken nicht fehlen darf, ist immer eine ordentliche Portion Laub. Es kann dabei normales Herbstlaub sein oder Haselnussblätter, Seemandelbaumblätter und noch vieles mehr.
Das Laub sorgt für ein Wohlbefinden der Tiere genauso wie es Häutungsproblemen vorbeugt.
Auch ernähren sich die Kleinsten Garnelen schon von den Mikroorganismen die durch das Verrotten der Blätter entstehen. Man wird später zum Teil nur noch das etwas härtere Blattgerippe im Becken wieder finden, alles andere wurde gefressen.Nun kommen wir zu dem wichtigsten überhaupt - der Garnele selber.
Wir suchen uns also einen schönen Stamm Tiere aus, wobei man da sagen kann, dass es immer ratsam ist, die Tiere über einen Züchter zu beziehen.
Da die Tiere in einer Gruppe gehalten werden sollen, sollte man mit mindestens 10 Tieren anfangen.
Die Red Fire erkennen wir an Ihrer schönen roten Farbe.
Die Weibchen sind in der Regel größer und kräftiger, was nicht nur von der Statur her führt.
Auch Ihre Farbe ist weitaus leuchtender als die der Männchen.
Weibchen kann man aber auch an Ihren im Nacken sitzenden Eifleck erkennen.
Nachdem die Eier in diesem Rückenteil des Panzers ca. 3-6 Wochen (machmal auch 6 Wochen und länger) reifen, häutet sich das Weibchen.
Während der Häutung stößt das Weichen Sexuallockstoffe ab und sofort beginne die Garnelenmännchen mit dem Paarungsschwimmen.
Nachdem es das Männchen durch hektisches Schwimmen geschafft hat, unter das Weibchen zu kommen, setzt es ein Spermienpaket direkt an der Geschlechtsöffnung des Weibchens ab.Das Weibchen presst nun wiederum die Eier aus der Geschlechtsöffnung, wobei diese auch gleichzeitig befruchtet werden. Danach kommen die Eier in Ihrer Bauchtasche.
4-6 Wochen später schlüpfen dann fertige, 1-2mm große Garnelen, die mit drei bis vier Monaten auch wieder geschlechtsreif sind.
Pro "Wurf" kann man dann mit bis zu 15-40 Jungtieren rechnen.
Nun muss man natürlich auch wissen, was die Tiere fressen dürfen. Der Speiseplan ist sehr vielseitig und man sollte auch auf eine ausgewogene Ernährung achten.
Als Futter eignen sich:
- Laub, das kurz heiß überbrüht und dann im Becken gelassen wird.
- Gurke, Kartoffeln, Möhren aus der Dose, Mais, Brenneselblätter, Kürbis, Spinat, Eisbergsalat, Kopfsalat, Vogelmiere, Löwenzahn, gefrorene Mückenlarven, Artemia, Spirulinapulver, getrocknete Mückenlarven, Fischfutter, Futtertabletten, Algentabetten, Paprika edelsüß, Currypulver, um nur mal einiges zu nennen.© Sonja Pitzen, Ambystoma.de 2009