Axolotl - Krankheiten

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Axolotl Krankheiten

 

Im Normalfall sollte ein Axolotl sein ganzes Leben gesund und munter verbringen - nur leider ist das nicht immer der Fall. Bei der Futtersuche kommt es schon mal vor, dass die Tiere sich gegenseitig beißen, auf in Kiemen verhedderten Futterresten bildet sich ein Pilz oder die Haut überzieht sich mit einem blassen Belag. Viele dieser Verletzungen und Erkrankungen kann der Halter selbst mit recht einfachen Mitteln behandeln, bei anderen ist der Gang zum Tierarzt unumgänglich.

Auf dieser Seite möchten wir nun die häufigsten Krankheitsbilder (Verbiss, Verpilzung, Hautbelag, Bakterieninfektion, Organschaden sowie Symptome von Mangelernährung) darstellen, Behandlungsmöglichkeiten (Teebad und Salzbad) aufzeigen und die Ausgestaltung eines Quarantänebeckens beschreiben.

Da die Bilder der Symptome nicht jedermanns Geschmack sind, haben wir sie durch Textfelder überdeckt - sie werden erst sichtbar, wenn man mit der Maus über die entsprechenden Felder fährt.


Erkrankungen und Verletzungen  

Als Verbiss bezeichnet man alle Verletzungen, die dadurch entstehen, dass die Tiere nacheinander schnappen (i.d.R. nicht absichtlich, sondern in der vermeintlichen Annahme, Futter vor sich zu haben). Betroffen davon sind meist die hervorstehenden Extremitäten - Füße, Beine, Kiemen und Schwanz. Was Axolotl einmal im Maul haben, lassen sie ungern wieder los, auch wenn es das Bein des Mitbewohners sein sollte.

Verbiss - Bild

Die Folgen eines Verbisses können vollkommen harmlos, wenn etwas Haut von den Zehen "abgelutscht" ist, oder auch recht kritisch sein, wenn zum Beispiel ganze Beine oder Kiemen abgebissen werden.

Im Normalfall sind Axolotl in der Lage, sehr viele Verletzungen wieder zu regenerieren - so können beispielsweise abgebissene Gliedmaßen vollständig wieder nachwachsen. Problematisch wird es insbesondere, wenn die Gliedmaßen nicht abgebissen worden sind, aber so schwer beschädigt wurden, dass ein Teil nicht mehr durchblutet wird - dann stirbt dieser Teil ab und muss entfernt werden, um einer Vergiftung und einer Infektion vorzubeugen.

Die wichtigsten Maßnahmen nach einem Verbiss sind:

  • Eine Quarantäne der betroffenen Tiere - wenigstens so lange, bis sich die Wunde geschlossen hat (je nach Größe der Wunde nach ca. 12-48 Stunden). Selbst wenn es sich nur um leichte Verletzungen handeln sollte, kann der Blutgeruch die Mitbewohner zu weiteren Beißereien reizen.

  • Sauberes Wasser und genaue Beobachtung, ob sich nicht ein Pilz in die Wunde setzt.

  • Bei schweren Verbissen, bei denen die Durchblutung unterbrochen ist, ist eine Amputation unumgänglich. Diese sollte (bzw. darf nach der Rechtssprechung nur!) von fachkundigem Personal (Tierarzt!) durchgeführt werden.

Verbissenes Bein

 

Verpilzungen entstehen normalerweise nur, wenn entweder die Schleimhaut der Axolotl beschädigt worden ist, z. B. nach einem Verbiss oder einer anderen Verletzung, oder oftmals wenn sich Futterreste in den Kiemen verheddern und festsetzen.

Die Haut von Amphibien sondert ein (je nach Art) mehr oder weniger toxisches Sekret ab, das die Ansiedlung von Pilzen und Bakterien im Normalfall verhindert - erst wenn diese Schutzschicht gestört oder unwirksam ist, kann es zu Infektionen kommen.

Pilzsporen existieren in jedem normalen Aquariumwasser, die müssen also nicht extra "eingebracht" werden. Festsetzen und entwickeln können sie sich allerdings erst, wenn der natürliche Hautschutz durchdringbar geworden ist - nach Beißereien zum Beispiel. Dementsprechend treten Pilze auch meist an peripheren Stellen auf - an Füßen, Kiemen oder der Schwanzspitze.

Sie bilden dann einen flaumigen Belag oder Büschel, vergleichbar mit Schimmelpilzen. Beispiel für einen Kiemenpilz:

Axolotl Kiemenpilz

Die Behandlung einfacher Verpilzungen ist relativ einfach - hierzu wird die unten beschriebene Salzmethode angewandt. Sicherheitshalber können die Tiere in Quarantäne gehalten werden, um sauberes Wasser und mehr Ruhe zu gewährleisten.

Neben den richtigen Verpilzungen gibt es auch großflächige helle Beläge auf der Haut, meist bei sehr dunklen Tieren zu sehen. Hierbei handelt es sich i.d.R. nicht um Pilze, sondern um einen Rasen aus Bakterien und Einzellern, der sich auf der Haut bildet, oftmals beginnend im Bereich des Rückens und Nackens.

belag1

belag2

Die Tiere sind normalerweise dadurch nicht beeinträchtigt. Bei diesen Belägen hilft ein mehrtägiges Teebad, wobei sich die betroffenen Hautschichten ablösen. top


Zu den weniger häufigen, dafür aber schwereren Erkrankungen gehören bakterielle Infektionen. Diese können sowohl innerlich als auch äußerlich auftreten, wobei im Regelfall nur äußerliche Infektionen rechtzeitig erkannt werden können, um noch wirksame Maßnahmen zu ergreifen.

Die dafür verantwortlichen Bakterien sind meist im Wasser enthalten - oftmals handelt es sich um Bakterien aus dem Verdauungstrakt, die sich durch eine Schwächung des Immunsystems und/oder eine Verletzung innerhalb des Tieres oder auf der Hautoberfläche ansiedeln und ausbreiten, wobei sie auch tiefe Wunden verursachen können.

Bakterieninfektion

Bakterieninfektionen breiten sich in aller Regel sehr schnell aus und sind für Axolotl gefährlich (und für die Halter eventuell nicht ungefährlich, deshalb auf strikte Hygiene im Umgang mit den Tieren achten!). Hinzu kommt, dass bakterielle Infektionen oftmals sekundäre Pilzinfektionen mit sich bringen.

Innere Infektionen sind besonders schwierig zu diagnostizieren, da die Symptome sich sehr spät zeigen und anderen schweren Erkrankungen (z.B. Organschädigung) ähneln. Anzeichen können oftmals eine Schwellung der Halsregion oder des gesamten Körpers sowie ein aus der Kloake hängender Schleimfaden sein. Eine solche Diagnose sollte jedoch nicht von unerfahrenen Haltern durchgeführt werden.

Eine Behandlung bakterieller Infektionen ist ohne tierärztliche Unterstützung nicht möglich, da verschreibungspflichtige Medikamente benötigt werden. Der Tierarztbesuch muss schnellstmöglich erfolgen! Für die Zeit zwischen der Erkennung einer bakteriellen Infektion und einem Tierarztbesuch sollte das Tier möglichst kühl gestellt werden (z.B. Kühlschrank!), um die Ausbreitung zu verlangsamen.

Weil bakterielle Infektionen sehr ansteckend sein können, ist es dringend angeraten, infizierte Tiere in einem Quarantänebecken zu separieren. Außerdem sollte das Haltungsbecken, in dem die Infektion aufgetreten ist, gründlich gereinigt werden (kompletter Wasserwechsel, Filtermaterialien und Bodengrund entfernen, Pflanzen säubern). Falls weitere Tiere in dem Becken waren, sollten die gründlich überwacht werden, ob sie sich nicht auch infiziert haben!

Die sogenannte "Axolotlpest" ist aller Wahrscheinlichkeit eine Mischinfektion verschiedener Bakterien und Pilze, dabei hoch ansteckend, kommt aber äußerst selten vor.

Eine weitere schwere Erkrankung liegt bei Organschäden vor. Die Entstehung eines Leber- oder Nierenschadens kann wahrscheinlich mehrere Ursachen haben und in vielen Fällen wird auch nicht abschließend geklärt, ob es sich eigentlich um eine innere Infektion oder wirklich um ein Organversagen gehandelt hat.

Ein Zusammenhang kann wahrscheinlich zwischen einem Organschaden und langfristig schlechten Haltungsbedingungen (unzureichendes Futter, schlechte Wasserqualität) bestehen, andererseits sind schlechte Bedingungen noch lange keine Garantie dafür, dass Organschäden entstehen. Möglich sind auch genetische Ursachen.

Ein Symptom kann ähnlich bei bei einigen bakteriellen Infektionen sein, dass sich Wasser im Körper und Gewebe des Tieres sammelt (Ödembildung). Gleichzeitig schwillt oftmals die Lymphe an, die Tiere bekommen einen dicken Hals und können nicht mehr schlucken.

Oedem

Eine Behandlung scheint nur mit Hilfe von Medikamenten möglich zu sein; ein Tierarztbesuch ist unumgänglich.


Ein wichtiges Anzeichen dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist (z. B. schlechte Wasserwerte - unbedingt Nitrit und Nitrat testen!) ist bei Weißlingen und Albinos ein deutliches Hervortreten der Adern in Schwanz und Rückensaum, wie im nebenstehenden Ausschnitt gezeigt:

adern


Ein bisher weitgehend nachlässig behandeltes Thema sind Erkrankungen durch Mangelernährung.

Diese können beispielsweise das Skelett von Axolotl schädigen, indem ungenügend Calcium eingelagert wird oder sogar aus den Knochen wieder herausgelöst wird.

Eine ganze Reihe solcher Skeletterkrankungen wird unter dem Begriff "Metabolic Bone Disease (MBD)" zusammengefasst.

Ein Problem bei der Fütterung von in Gefangenschaft gehaltenen Amphibien und Reptilien ist, dass das angebotene Futter entweder zu wenig Calcium enthält, ein unausgewogenes Calcium-Phosphor - Verhältnis aufweist (vgl. auch Nährwerte von Futtertieren) oder bestimmte benötigte Vitamine in der falschen Form, zu großer oder zu geringer Menge vorhanden sind.

Ein Anzeichen für eine Mangelversorgung kann sein, wenn die Tiere vermehrt oder wiederholt Kies oder Sand fressen, um so ihren Mineralhaushalt aufzuwerten.

Folgende Ursachen sind für MBD bekannt:

  • Vitamin A (in Form von Retinol) ist übermäßig in der Nahrung vorhanden, und zwar in einem Verhältnis von 10:1:0,1 im Vergleich zu Vitamin D3 und Vitamin E. Der Einfluss anderer Vitamin A-Verbindungen oder Vorstufen (z.B. Beta Carotin) wird derzeit noch diskutiert.

  • Futtermittel mit Vitamin D oder Vitamin D2 anstelle von D3 - nur D3 kann direkt durch den Amphibienstoffwechsel verwertet werden. Für die Umwandlung von Vitamin D in D3 wird UV-B Strahlung benötigt, die wiederum Glas nicht oder nur in geringen Mengen durchdringen kann und so kaum im Aqurium verfügbar ist.
  • Zu viel Phosphor und/oder zu wenig Calcium in der Nahrung. Idealerweise sollte das Calcium-Phosphor-Verhaltnis zwischen 1:1 und 2:1 betragen.

Ausführlichere Informationen finden sich jetzt auf einer eigenen Seite zum Thema Mangelernährungen, Fehlernährungen und Metabolic Bone Disease.

Wir danken Ed Kowalski, Philadelphia Zoo, Dept. of Herpetology für die Informationen. Weitergehende Infos finden sich z.B. hier - MBD


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Das Quarantänebecken  

In einigen Fällen ist es angeraten, Tiere zur Beobachtung und Trennung von Artgenossen zu separieren (Neuanschaffungen, Verletzungen, Erkrankungen).

Hierzu nutzt man ein Quarantänebecken, wobei der Begriff "Becken" nicht zwingend wortwörtlich zu verstehen ist.

Geeignet sind alle lebensechten Behältnisse mit ausreichender Größe (z. B. Eimer, Stapelboxen, Aquarien). Die Behältnisse sollten dabei so groß sein, dass die Tiere sich noch bequem bewegen können, ohne ständig eingekrümmt sitzen zu müssen oder an eine Wand zu stoßen - also mindestens anderthalb mal so breit und einmal so tief wie die Gesamtlänge des Tieres.

Eine richtige Inneneinrichtung ist dabei hinderlich bis schädlich - am wichtigsten ist eine einfache Reinigung des Inhaltes und eine gute Beobachtbarkeit der Tiere.

 

Es sollte kein Bodengrund in das Quarantänebecken eingebracht werden, weil sich darin Keime und Erreger festsetzen können. Verstecke können den Tieren geboten werden, müssen jedoch nach der Quarantäne desinfiziert werden (Abkochen!) und sollten nicht in normalen Haltungsbecken eingesetzt werden. Eine Filterung ist nicht notwendig; die Säuberung des Wassers erfolgt durch tägliches Absaugen von Ausscheidungen und Futterresten; gleichzeitig sollte täglich ein Teil des Wassers durch frisches ersetzt werden.

Der Einsatz von einem Ausströmerstein sorgt dafür, dass sich keine Kahmhaut auf der Wasseroberfläche bildet und somit ein Gasaustausch zwischen dem Wasser und der umliegenden Luft erfolgen kann.

ausstroemer


Behandlungsmethoden
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Generell müssen wir davor warnen, Medikamente aus dem Zoofachhandel zu nutzen - diese sind für Fische entwickelt worden und auf deren Metabolismus angepasst. Eine 1:1 Übertragung auf den Axolotl ist nicht angeraten!

Einige kleinere und immer mal wieder auftretende Probleme können jedoch mit einfachen Mitteln behandelt werden, auch vom unerfahrenen Halter.

Die Salzbehandlung wird vorrangig bei einem Pilzbefall angewandt - einerseits wird die Salzkonzentration im Wasser von den Pilzen selbst nicht vertragen und andererseits wird die Produktion der Schleimhaut angeregt, wodurch obere Hautschichten (mit dem Pilz) abgestoßen werden.

Die Salzbehandlung kann sowohl als Intensivbad als auch als Dauerbad angewandt werden. Unterschiedlich dabei sind die Salzkonzentrationen. Es ist darauf zu achten, dass jodfreies Salz benutzt wird, weil die Wirkung von Jod auf den Organismus der Axolotl noch nicht abschließend geklärt ist.

Für das Intensivbad setzt man das Tier ca. 10-20 Minuten in ein Behältnis, dem pro Liter Wasser ein Teelöffel Salz zugegeben wurde (z.B. Eimer, Schüssel). Das Salzwasser ist nach jeder Behandlung zu erneuern. Dieses Bad kann bis zu 3 mal am Tag wiederholt werden. Die maximale Behandlungsdauer sollte 3 Tage ohne Pause nicht überschreiten; sollte dann immer noch vermehrt Pilz sichtbar sein, wird dringend ein Tierarztbesuch empfohlen, da es sich um eine Sekundärinfektion handeln kann!
Axolotl Salzbad
Für das Dauerbad wird je 1 Teelöffel Salz pro 10 bis 100 Liter Wasser zugegeben, abhängig von der Dauer des Bades (eine Nacht bis dauerhaft).

Mit dieser Behandlung verschwindet der Pilz in der Regel nach 3 bis 10 Tagen. Die Tiere sollten möglichst nach der Behandlung noch eine Woche in Quarantäne verbleiben.

 

Die Teebehandlung wird bei Hautproblemen eingesetzt. Schwarztee hat durch seine Inhaltsstoffe eine leicht antibakterielle Wirkung.

Man nimmt pro 10 Liter Aquarienwasser einen Teebeutel schwarzen Tee ohne sonstige Zusätze. Diese Teebeutel gibt man in einen kleinen Eimer/gößeren Becher - je nach Menge - und übergießt sie mit heißem, nicht kochendem Wasser.
Nach etwa 15 Minuten dürfte der Tee gut durchgezogen sein.
Das abgekühlte Teekonzentrat schüttet man nun ins Haltungswasser.

Mehr muss für den Moment nicht beachtet werden. Es kann normal gefüttert werden.

Nach etwa einer Woche macht man einen größeren Wasserwechsel (ca. 60%), damit ein Großteil des Tees raus kommt. - Der restliche Tee wird einfach durch die "normalen" Wasserwechsel entfernt.

Eine ähnliche leicht antibakterielle und fungizide Wirkung haben auch getrocknete Eichen- und Buchenblätter oder auch Seemandelbaumblätter (die man allerdings in unseren Breiten nicht kostenlos im Herbst sammeln kann ;-) ). Die Wirksamkeit beruht dabei wahrscheinlich auf den enthaltenen Tanninen und Huminsäuren. Von diesen Blättern kann man 2-3 Stück auf 10 Liter Haltungswasser geben.

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Für die Bereitstellung von Fotos danken wir Manuela Steiner (Verbiss am Schwanz, Kiemenpilz) und Alex Tödt (Verbiss am Bein).

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