Axolotl - Aufzucht


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Vor der Frage nach dem "Wie ziehe ich die Larven vom Axolotl auf?" sollte erst einmal die Frage stehen "Wie viele Axolotllarven ziehe ich auf?"

Die Aufzucht von Axolotl ist mittlerweile sehr einfach geworden, man kann im Regelfall davon ausgehen, dass nahezu alle geschlüpften Tiere auch groß werden. Der "Markt" für Axolotl sieht inzwischen so aus, dass sich in Deutschland mehrere Dutzend mehr oder weniger verantwortungsvolle "Züchter" tummeln und im Jahr mehrere hundert Jungtiere verschiedenster Entwicklungsstufen den Besitzer wechseln. Gleichzeitig steigt zwar das Interesse an den Tieren und in verschiedenen Foren melden sich fast täglich neue Haltungsinteressierte an, aber eine Sättigungsgrenze dürfte bald erreicht sein.

Falls also jemand mit dem Gedanken spielen sollte, mit Axolotlzucht so richtig viel Geld zu verdienen - no way!

Neben der gezielten Aufzucht von Axolotllarven gibt es auch hin und wieder Fälle, in denen Larven von ganz allein groß werden können (meist außerhalb des Elternbeckens), wie dieses Tagebuch eines "Blinden Passagiers" zeigt.

Axolotllarven

Wir sind der Meinung, dass Jungtiere erst ab einer Größe von ca. 12 cm abgegeben werden, jedenfalls an Halter, die noch keine mehrmonatige oder mehrjährige Erfahrung mit den Tieren haben. Bis sie so groß sind, vergeht ca. 1/2 Jahr, in dem sie beständig gefüttert und gepflegt werden wollen und auch immer mehr Platz beanspruchen. Im Zweifelsfall sollte man also immer davon ausgehen, dass man Tiere nur für die Unterbringung in den eigenen vier Wänden nachzieht, feste Zusagen aus dem Bekanntenkreis hat (und mit "fest" ist gemeint, dass man sich auch nach einem halben Jahr darauf verlassen kann...) oder dass man ausreichend Platz hat, entsprechend viele immer größer werdende Tiere über mehrere Monate zu beherbergen.

Nichts desto trotz: Die Aufzucht von Axolotljungtieren macht deutlich mehr Arbeit als die Pflege adulter Tiere, ist aber auch ein sehr interessantes Erlebnis.

Und dazu soll es hier einige Hinweise geben, was die Unterbringung und Pflege betrifft, welches Futter für welche Größe geeignet ist, wie Artemia als Startfutter einfach zum Schlupf gebracht werden können und wie man sich beispielsweise Wasserflöhe selbst züchten kann.


Unterbringung

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Nach dem Schlupf aus ihren Eihüllen sind Axolotllarven ca. 8-12 mm lang. Wenn sie die Schlupfphase erleben sollen (und nicht etwa Gefahr laufen, vorher von Verwandten und Bekannten im Becken verspeist zu werden), sollten vorab einige Eier separiert werden.

Die Larven finden praktisch in jedem lebensmittelechten Behältnis Platz:

kaffe

Normalerweise werden Tupperdosen, kleine Schüsseln, Miniaquarien, Keks-, Gummibärchen- und sonstige Süßigkeitendosen aus Kunststoff dazu benutzt.

Möchte man die Larven von allen Seiten beobachten, empfehlen sich Behälter aus klarem Kunststoff (Acrylglas) oder Glas - praktisch sind dazu beispielsweise "Faunaboxen", die es in verschiedenen Abmessungen im Aquaristikhandel gibt.

faunabox

Die Behältnisse müssen anfangs nicht sehr groß sein und es reicht ein Wasserstand von 5-10 Zentimetern. Für eine einfache Fütterung gilt sogar - umso kleiner der Behälter, desto einfacher ist es zu bewerkstelligen, dass die Larven im Lebendfutter "stehen" können, denn zu Anfang schnappen sie nur nach Futter, das ihnen am Maul vorbei schwimmt.

Das gilt selbstverständlich nicht so weit, dass die Larven sich in ihrem neuen Heim stapeln...

 

Auf Inneneinrichtung kann weitestgehend bei den Anfangsbecken verzichtet werden - ein leicht laufender Ausströmerstein verhindert die Bildung einer Kahmhaut und sichert damit den Gasaustausch.

Alle weiteren Gegenstände behindern eher eine einfache Reinigung der Aufzuchtbehälter. Diese sollte täglich erfolgen, indem mit einem kleinen Schlauch (Luftschlauch) Futterreste und Ausscheidungen abgesaugt werden und das Becken auf gleiche Höhe mit frischem Wasser (entweder aus der Leitung oder aus dem Elternbecken) aufgefüllt wird.

Ab der Phase, in der die Jungtiere mit Mückenlarven gefüttert werden, empfiehlt sich der Einsatz eines kleinen luftbetriebenen Schwammfilters, der die dann zunehmenden Schwebstoffe aus dem Wasser entfernt.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Larven direkt im Elternbecken (oder noch besser im Nachzuchtbecken der Futterfische - bei entsprechenden Temperaturen unter 20 °C) in einem sogenannten Ablaichkasten zu halten.

laichkasten

Diese Methode - idealerweise mit Schlitzen im Boden der Laichkästen - hat den Vorteil, dass die Reinigung sehr einfach ist: Der Kasten wird einfach nur angehoben und sämtliche verbliebenen Futterreste (ob nun vor oder nach dem Weg durch die Axolotllarven) fallen durch die Bodenschlitze ins Becken, wo sich die Fische noch darüber freuen. Und beim Runterlassen des Kastens füllt dieser sich mit sauberem Aquarienwasser.

Mit zunehmender Größe der Larven müssen natürlich auch die Behälter größer werden. Die Jungtiere müssen im Laufe der Zeit nach Größe sortiert werden, um zu verhindern, dass die größeren ihre kleinen Geschwister fressen (wie schon beim Futter gesagt - gefressen wird alles, was ins Maul passt!).

Insbesondere ab der Zeit, wenn die Nachwüchsler Gliedmaßen bekommen, sollte ihnen ausreichend Platz geboten werden, damit es nicht zu häufigen Verbissen kommt.

 


Fütterung

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Im Normalfall beginnen die Larven ca. zwei bis drei Tage nach dem Schlupf Futter aufzunehmen. Erst zu der Zeit öffnet sich die Mundspalte und bis dahin ernähren sie sich von ihrem Dottersack. Besonders kalt gezeitigte Larven können beim Schlupf bereits so weit entwickelt sein, dass sie bereits am ersten Tag fressen.

Da sich der Geruchssinn erst etwa ab der Zeit ausbildet, wenn auch die Hinterbeine zu wachsen beginnen, fressen die Larven in der ersten Zeit nur sich bewegendes Futter. Sie jagen auch nicht aktiv, sondern schnappen nur nach dem Futter, das ihnen am Maul vorbei schwimmt - weshalb sie praktisch im Futter stehen sollen.

Ein ideales Aufzuchtfutter für die ersten Tage und Wochen stellen Artemia dar, die noch dazu recht einfach "aufzuziehen" sind (s.u.).

Im Frühjahr bietet es sich zudem an, Tümpeln zu gehen - also sich mit einem Kescher zu bewaffnen und (möglichst fischfreie) Gewässer nach Wasserflöhen und Cyclops (Hüpferlingen) zu durchforsten.

wasserflöhe

 

Wasserflöhe und Cyclops gibt es dabei in unterschiedlichen Größen - je nach Bedarf können sie mit einem Siebsatz sortiert werden.

siebset

Sofern man Tümpeln geht, muss man etwas auf Beifänge achten, die gegebenenfalls zu groß oder auch gefährlich für die Fischbrut werden können. Besonders zu erwähnen sind hierbei Libellenlarven oder auch (wenn Fische im Teich sind) Karpfenläuse.

Sehr gute weiterführende Informationen gibts auf der speziellen Homepage zum Thema Tümpeln.

Im Notfall, falls kein Lebendfutter zur Verfügung steht, ist es auch möglich, die kleinen Larven mit gefrorenen (und wieder aufgetauten) Cyclops über die ersten Tage zu bringen - eine Bewegung wird hier durch gelegentliches Durchrühren erzeugt. Eigene Erfahrungen zeigen aber, dass diese Methode wirklich nur eine Notlösung sein sollte, da die Larven deutlich langsamer wachsen und das Wasser unnötig belastet wird.

Ab einer Größe von ca. 3-4 cm kann Frostfutter zugefüttert werden - klein gehackte Mückenlarven oder auch größere Wasserflöhe. Die Umstellung von beweglichem hin zu totem Futter ist manchmal etwas schwierig. Wenn die Jungtiere nicht gleich das ungewohnte Futter annehmen, kann man es mit Lebendfutter mischen. Sobald Frostfutter als "Beifang" erwischt wird, merken die Larven, dass man das durchaus fressen kann.

Ab einer Größe von 5 oder 6 Zentimeter kann auch versucht werden, auf die Fütterung von kleinen oder gemahlenen Pellets umzustellen. Da diese sehr nahrhaft sind, wachsen die Jungtiere oftmals sehr schnell.


Futtertierzucht - Artemia

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Handelsüblich werden Artemia als Eier verkauft, die im Salzwasser zum Schlupf gebracht werden müssen. Die frisch geschlüpften Salinenkrebse werden als "Nauplien" bezeichnet. Verfüttert werden sollten nur die geschlüpften Artemia, die von den Eiern getrennt und in Süßwasser gewässert oder ausgespült werden. Grundsätzlich gibt es zwei Methoden:

1. Die Flaschenmethode

Für die Flaschenmethode gibt es seit geraumer Zeit eine ganz praktische Fertiglösung der Fa. Hobby - alles, was man dann noch benötigt, ist eine Flasche.
Das ganze sieht dann so aus :

Wie im Bildausschnitt mit der Flasche zu erkennen, wird der Stopfen in Kombination mit den Kunststoffröhrchen einfach auf die Flasche gesteckt; optional für eine bessere Wasserumwälzung versehe ich das untere Ende gern mit einem kleinen Sprudelstein, was auch die Geräuschbelästigung deutlich reduziert.

artemiaroehrchen

artemiaset

artemiaflasche
Die Flasche wird zu 2/3 bis 3/4 mit Salzwasser gefüllt (ca. 2-3 Teelöffel jodfreies Salz - Speisesalz oder auch (gänzlich ohne Zusätze und preiswerter) Geschirrspülersalz).
Darauf gibt man einige Messerspitzen Artemiaeier (lieber weniger als mehr) und schließt das Ganze an eine Membranpumpe an (der Aufsatz ist so konstruiert, dass auch mehrere Flaschen "in Reihe" betrieben werden können). Die Eier sollten ständig durch die aufsteigenden Luftblasen umgewälzt werden, ggf. hilft auch gelegentliches Schütteln der Flasche, wenn sich die Eier an einer Stelle absetzen.
Das Wasser in der Flasche sollte eine möglichst konstante Temperatur von 22-26°C haben - bei größeren Temperaturschwankungen kann man die Flaschen in einen mit Wasser gefüllten Eimer stellen und das Wasser im Eimer mit einem kleinen Aquarienstabheizer auf konstanter Temperatur halten.

In Abhängigkeit von verschiedenen Artemiasorten kann sich die Schluppfrate je nach Temperatur und Salzgehalt unterscheiden, da muss man eventuell etwas testen.

Wenn alles klappt, schlüpfen die Nauplien nach 24-48 Stunden. Das rötliche Gewusel am Boden der Flasche sind geschlüpfte Nauplien.

Zum Verfüttern sollten die Nauplien von den übrigen Eiern und Eierschalen getrennt werden!

Dazu stellt man einfach die Belüftung ab und entfernt den Stopfen mit Anhängsel.

Theoretisch sammeln sich dann die Eierschalen an der Wasseroberfläche, die noch vollen Eier auf dem Boden und die Nauplien mittendrin. Praktisch wissen das die Nauplien nicht immer und verteilen sich in der ganzen Flasche bzw. sinken irgendwann entkräftet zu Boden.

Beschleunigen kann man ein Sammeln der Nauplien, indem man den oberen und unteren Teil der Flasche abdunkelt (dunkles Papier, Alufolie) und eine bestimmte Stelle beleuchtet. Die Nauplien streben dann zum Licht am Ende des Tunnels.

Als nächstes gehts ans Absaugen der Nauplien. Dazu kann man einen einfachen Luftschlauch oder auch eine kleine Spritze nehmen. Als praktisch hat sich auch eine recht simple Konstuktion aus einem Stückchen Luftschlauch und einem kleinen Plastikrohr erwiesen - das Rohr hat den Vorteil, dass man sich nicht mit sich biegenden Schläuchen rumärgern muss und beim Absaugen etwas besser zielen kann.

Artemiainkubator

Mittlerweile hat die Fa. JBL einen erweiterbaren und einfach zu bedienenden Inkubator für mittlere Artemiamengen auf den Markt gebracht

artemiasieb

Die Nauplien werden dann wie beim Wasserwechsel abgesaugt und in ein Artemiasieb abgelassen.

In dem Sieb sollten sie mit frischem Leitungswasser ausgespült werden, um die Menge des anhaftenden Salzes zu reduzieren (die Nauplien selbst enthalten nicht mehr Salz als anderes Futter auch).

Man kann sie auch noch in eine kleine Schüssel mit Süßwasser geben, da können sie ein paar Minuten "ziehen" und in größeren Becken lassen sich die Nauplien so besser verteilen.

Das abgesaugte Wasser in der Flasche durch frisches Salzwasser in der gleichen Konzentration ersetzen; i.d.R. können so ca. 3 Tage hintereinander Nauplien "geerntet" werden.

2. Die Schalen-Methode

Für kleinere Mengen an Artemia hat sich die Schalenmethode bewährt. Hierzu nimmt man eine Schale mit möglichst großer Oberfläche und befüllt sie mit Salzwasser in der oben angegebenen Konzentration. Auf die Oberfläche streut man die Artemiaeier, die Belüftung erfolgt passiv an der Wasseroberfläche.

Die Eierschalen sammeln sich an der Wasseroberfläche, volle Eier sinken später zu Boden. Die Nauplien können mit einer Spritze oder einem Luftschlauch in den mittleren Wasserschichten abgesaugt werden, danach sollten sie wie vorab beschrieben in Süßwasser gewässert werden, um den Salzgehalt zu senken.
Die beste Schlupfrate bei der Methode erzielt man, wenn man die Schalen auf die Aquarienabdeckung stellt, da dort wärmere Temperaturen sind.

artemiaeier

 

 

Artemiaschale

Auch für die Schalenmethode existiert seit einiger Zeit eine Fertigmethode der Fa. Hobby, die sogenannte "Artemia-Aufzuchtschale".

Dieses Modell besteht vollständig aus schwarzem Kunststoff komplett mit Deckel, der lediglich in der Mitte ein Loch hat. In dieser Öffnung befindet sich ein kleines Artemiasieb. Der weiße Einsatz in der Schale dient als Abstandhalter und hält die Artemiazysten und "Eierschalen" von dem Sieb fern. Das Prinzip ist so angelegt, dass die schlüpfenden Nauplien sich selbst zur Mitte der Schale (also zum Licht) bewegen und dort einfach entnommen werden können.

Diese Methode eignet sich hauptsächlich für kleinere Artemiamengen.

Alle Schalenmethoden können eine deutlich geringere Schlupfrate der Nauplien aufweisen, da die aktive Belüftung fehlt!

Eine Bezugsquelle für Artemia und Zubehör findet sich in den Links und Empfehlungen.
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